Bayer 04 und Hopping

MILLWALL und CHELSEA

Freitag, 08.01. bis Montag 10.01.2011

 

Freitag Abend ging es direkt von der Arbeit zum Bahnhof und via Gruiten und Düsseldorf nach Weeze. Dort waren wie immer einige Leute, die auch schon zum Airport wollten. Bevor wir dahin konnten, mussten wir jedoch erst noch einer dicken schwarzen Engländerin helfen, die uns irgendwie verklickert hat, dass ihr Konto leergeräumt worden ist. Der Taxifahrer fuhr sie und ihre Freundin also erst zur Polizei. Die war aber in Weeze mitten in der Nacht überraschenderweise geschlossen. Also fuhren die Beiden mit uns zum Airport, wo wir sie schließlich der Polizei übergaben.

Weil es 4,20 Euro gekostet hätte verzichtete ich auf ein Mitternachtsbier und begab mich nach kurzem Smalltalk mit den Mitreisenden in die Horizontale. Etwas angeschlagen traf ich am nächsten Morgen Serjan, ein Dortmunder der auf dem Weg zu Arsenal war. Kurze Zeit später traf auch Ludek ein.

Per easybus ging es bei typisch englischen Dreckswetter in die Stadt zur Baker Street. Serjan verabschiedete sich gen Arsenal. Ludek und ich fuhren weiter zur Station London Bridge wo Ludeks Hostel war. Diese hatte drei Gebäude im zweiten war die Rezeption. Dort konnten wir auch unser Gepäck einschließen. Kostete allerdings 2,50 Pfund. Frechheit!

 

 

Millwall FC v Birmingham City 1:4 (0:3)

 

 

Weiter ging es nach Millwall, in den Londoner Süden. Dem Ruf Millwalls entsprechend hätte man dort ein Slum erwarten müssen wo menschenfressende Horden von Hooligans rumlaufen. Zugegeben die Gegend ist nicht schön und die ein oder andere Ecke völlig heruntergekommen, zugemüllt und versifft. Aber so schlimm wie ich es mir vorgestellt habe war es im Gesamten nun wirklich nicht. Auch die Menschen die hier rumlaufen sehen völlig normal aus. Oder zumindest wie normale Engländer... Immerhin

Wir liefen ein wenig durch die Gegend auf der Suche nach einem Pub. Leider fanden wir keinen. Also ging es in „the den“.

9.841 Zuschauer fanden sich ein und hofften auf eine Sensation. Darauf, dass der Zweitligist den Erstligisten schlägt. 773 allerdings waren aus Birmingham angereist und hofften dies natürlich nicht. Der Außenseiter spielte die ersten 15 Minuten ordentlich und hatte eine sehr gute Chance die aber kläglich vergeben wurde. Dann passierte das was passieren musste. Es fiel das 0 zu 1. Das 0 zu 2 und 0 zu 3 folgten noch vor der Pause. Ich bin überzeugt davon, dass es noch mal spannend geworden wäre, hätte Millwall den Elfer kurz nach der Pause nicht verschossen. So fiel irgendwann das 0 zu 4. Das 1 zu 4 in der Nachspielzeit war somit nur noch Ergebniskosmetik.

Von der Stimmung war ich etwas enttäuscht. Nur 773 Zulus (so werden die Birminghamanhänger seit den 70ern aufgrund der hohen Anzahl Schwarzer in ihren Reihen genannt) waren angereist. Da hatte ich doch mit deutlich mehr gerechnet. Die Zulus und die Millwalls pöbelten sich meist gegenseitig an und supporteten seltener ihr eigenes Team. Der häufigste Gesang war dabei das bekannte „We are Millwall – no one likes uns – we don´t care“ . Auch der „Millwall Roar“ schallte das ein oder andere Mal durch den Den. Dabei brüllen die Zuschauer einfach drauf los. Sinnlos – aber ich fands lustig...

 

Nach dem Spiel ging es wieder zu Ludek´s  Hostel. Wir holten unser Gepäck und wollten nun auf sein Zimmer gehen. Die Schlüsselkarte funzte aber nicht, so dass es mehrfach hin und her ging zwischen Rezeption und Nebengebäude. Am Ende kam die Tuse schließlich mit und es klappte. Ludek lud nur sein Gepäck ab. Dann ging es weiter zur Tubestation Swiss Cottage. Hier in der Nähe wohn Alex, ein Kumpel aus Leichlingen. Dieser holte uns ab und brachte uns zu seiner kleinen Wohnung. Dort lieferte ich mein Gepäck ab und los ging’s nach Campden. Einem der vielen Inviertel von London. Hier wurde als erstes ein Chinesen auf gesucht. Für 8,80 Pfund gab es ein richtig geiles All you can eat Buffet mit allem drum und dran. Nach drei vollen Tellern plus Nachtisch zogen wir weiter durch diverse Pubs. Diese sind doch immer wieder sehr cool.

Ludek fuhr heim und Alex und ich gingen noch auf ein letztes Bier in einen Pub bei ihm um die Ecke. Danach war Pennen angesagt.

 

Am nächsten Morgen gingen Alex und ich, nach dem wir ausgeschlafen hatten, erst mal ne Kleinigkeit frühstücken. Nicht typisch britisch aber lecker. Es gab für mich einen Tripple-Choclate-Muffin mit Kaffe und für Alex etwas ähnliches. Danach trennten sich unsere Wege. Alex musste lernen und ich zum Fußball. Vorher fuhr ich jedoch obligatorisch zum Picadilly-Circus. Dort ging ich auf ne kleine Shoppingtour im Lillywhites Sportgeschäft und erwarb ein Polohemd und einen Pullover zu günstigen Preisen.

 

 

Chelsea FC – Ipswich Town 7:0 (3:0)

 

Nun war es schon 13:10 Uhr und daher Zeit Richtung Stamford Bridge aufzubrechen. Das dauerte knapp 20 Minuten. Die Haltestelle ist Fulham Broadway und von hier aus sind es etwa 3 Minuten zu Fuß. Entsprechend war auf der Straße schon die Hölle los. Unmengen Menschen in Blauweiß. Vornehmlich Familien mit Kindern, die von ihren Eltern zugeschissen wurden mit allen möglichen Fanartikeln. Ludek übergab mir das Ticket und ging schon rein um Leerfotos des Stadions zu machen. Ich deponierte meine Liliywhitestüte bei einem Hotel und traf anschließend noch Zumsel mit zwei Kollegen. Nach einem gemeinsamen Burger enterten auch wir den Ground, allerdings auf verschiednen Tribünen.

Das Stadion war schon relativ gut gefüllt und wurde auch immer voller.

Zu Spielbeginn waren knapp 42.000 Zuschauer dort. 3 bis 4000 davon aus Ipswich Town. Sehr beachtlich. Diese waren auch die einzigen die während der 90 Minuten akustisch ordentlich zu vernehmen waren. Chelsea enttäuschte auf den Rängen voll und ganz. Auch der Chelseafan neben mir (der immerhin schon bei BRD – ENG 1990 in Italien war !) schüttelte auf meinen Hinweis, dass ich von der Atmosphäre ein wenig enttäuscht sei, nur resignierend den Kopf.

Auch auf dem Platz waren die Verhältnisse eindeutig verteilt. Hier allerdings zu Gunsten von Chelsea. Nur am Anfang spielte der Zweitligist aus Ipswich ein wenig mit und hatte so etwas wie eine Torchance. Dann legte Chelsea los und spielte sich den Ligafrust von der Seele. Am Ende stand es verdient 7 zu 0 für den Abramowitsch Klub.

Nach dem Spiel holte ich meine Tüte in dem Hotel ab und ging entgegen der Richtung die ich gekommen war. Ich hatte keine Lust mich am Fulham Broadway in die volle U-Bahn zu quetschen. Ich lief also los und hoffte, dass irgendwann eine andere Station auftauschen würde. Schließlich kam ich zur Putney Bridge (Zielstation für den Craven Cottage vom FC Fulham). Von hier düste ich nach Swiss Cottage. Ich ging zum Italiener und bestätigte zum X-ten mal den Carbornaraländerpunkt England. Auf dem Weg zu Alex traf ich diesen zufällig am Tesco-Supermarkt. Ich kaufte mein Frühstück für den nächsten Tag ein und wir gingen heim. Ich las noch ein wenig und ging gegen 22 Uhr schlafen.

 

Um vier Uhr klingelte der Wecker und per Pedes lief ich zur Bushaltestelle Finchery Road. Von dort per National Express nach Stanstad zurück und mit dem Flieger gen Weeze. Hier konnten an das Flughafengebäude zunächst nicht betreten, da es einen Feueralarm gab.  Keine Ahnung was passiert war. Der FC-Fanbus (hier wohl als Transferbus Köln-Weeze-Köln eingesetzt) der vor der Tür stand hatte leider nicht gebrannt… Nach 10 Minuten in der Kälte war das jedoch auch überstanden und es ging rein, wieder raus und über Weeze, Düsseldorf und Solingen nach Hause.

 

Ein schöne Tour war mal wieder zu Ende.

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