Bayer 04 und Hopping

AS Roma v Bayer 04 plus Rahmenprogram

Auf geht`s. URLAUB... Acht Tage. 10 Spiele... 5 Länder... so meine Ankündigung bei facebook  am 01. November. Mit den 10 zehn Spielen hat es nicht geklappt, dennoch wurde es ein denkwürdiger Trip.
Getätigt hatte ich diese Aussage auf dem Weg nach Walhain, einem Drittligisten in Belgien…

 
Wallonia Walhain v Diegem Sport 3:1
3. Liga Belgien Gruppe B
01.11.2015 – 14:30 Uhr
Stade de Boscailles
 
Kollege Knilch hatte angekündigt seinen 500sten Ground irgendwie feiern zu wollen. Nach einigem hin-und-her-Organisieren, stand am Morgen des 01.11.2015 eine Achtergruppe am Bahnhof von Benrath und startete gen Belgien. Ich wurde im Feindgebiet in Lövenich als Neunter aufgegabelt, da ich noch bis 9:00 Uhr gearbeitet hatte. Bier und Musik lief bereits auf Hochtouren, so dass es eine sehr spaßige Sause wurde. Bei den diversen Pinkelpausen gingen wir den normalen Reisenden ein wenig auf den Sack, aber es hielt sich alles im Rahmen. Der Jubilar hatte einen Grillladen reserviert, bei dem es neben den normalen belgischen Frituursnacks auch Spaghetti Carbonara gab. So konnte ich endlich den 33. Länderpunkt in dieser Kategorie einsacken. Das war bis dahin nicht leicht, weil es in Belgien eben immer inne Frituur geht.
Am Stadion angekommen konnten wir direkt vor dem Stadion parken. Die angebrochenen Dosen wurden geleert und dann das Stadion geentert. Dieses bietet eine feine Tribüne, einen lang gezogenen Unterstand und das übliche Vereinsheim. In jenem traf ich Nobbi und den Captain. Man ist aber auch nirgendwo mehr alleine J
Das Spiel war unterhaltsam wurde aber, entsprechend unserer Laune und Bierseeligkeit nur am Rande verfolgt, teils aber Oberkörperfrei, was das saugeile Wetter zuließ.
Nach dem Spiel ging es recht zügig heimwärts, allerdings nicht ohne weiter zu konsumieren, so dass mir das Tasche packen am Abend relativ schwer fiel. Aber es musste ja weiter gehen zu…
 


Chievo Verona v Sampdoria Genua 0:1
Seria A
02.11.2015 – 19:00 Uhr
Stadio Marc´Antonio Bentegodi
 
Halbwegs fit erreichte ich am nächsten Tag Verona. Geflogen war ich für 9,99 Euro von Köln nach Bergamo um von dort mim IC weiter in die Stadt von Romeo und Julia zu fahren. Die Innen- bzw. Altstadt von Verona weiß durch aus zu gefallen. Besonders erwähnenswert hier natürlich die „Arena“, ein Amphitheater etwa 30 AD erbaut. Es ist damit älter als das Kolosseum in Rom. Per Bus fuhr ich später zum Stadion und fragte ob mein Ticket hinterlegt sei. War es nicht. Daher holte ich mir an der Tageskasse eines für die Curva Nord. Dort stünden die Gäste, sagte man mir. Ich ging davon aus, dass die Kurve mehrere Sektoren unterteilt sei. Als ich mich in einer Kneipe dann mit ein paar Sampdoriafans unterhielt stellte sich aber heraus, dass ich in deren Block, also dem Gästeblock gelandet war. Das ist in soweit kurios, da man da ja eigentlich nur mit der unsäglichen Tessera, der italienischen Fancard, reinkommt. Heute nicht. So guckte ich das Spiel zusammen mit den Genuesen und trank auch das ein oder andere Bier mit denen. Die Stimmung war im ganzen Stadion leider arg Bescheiden. Zwar sagen beider Lager hin und wieder sehr Leidenschaftlich ihre Lieder und Schlachtgesänge, allerdings war das der Veronesen lediglich knapp 1000 Mann und das von ´doria sogar nur 120 Mann stark. Wirklich laut wurde es da natürlich nicht. Wenigstens gewannen meine „Gastgeber“ im Gästeblock das Spiel mit 1:0. So war zumindest die Freude hier groß.
 
 
AS Roma v Bayer Leverkusen 3:2
Champions League 4. Spieltag
04.11.2015 – 20:45 Uhr
Stadio Olympico
 
Nun hatte ich etwas Zeit tot zu schlagen, bis um 23:36 Uhr mein Nachtzug nach Roma Termini fahren würde. Ich beobachtete daher wie sich das Stadion leerte, verabschiedete mich von meinen neuen Freunden und ging langsam zurück in die Stadt. Auf dem Weg machte ich in einer Bar halt und trank noch was. Ich holte mir zwei Dosen in der Nähre des Bahnhofs, bestieg den Zug und haute mich dann in Toilettennähe in eine der Sitzreihen. Mit nur einem Halt in Orvieto fährt dieser Zug in die italienische Hauptstadt. Ich hatte, spätestens nach den beiden Dosen, die nötige Bettschwere und pennte bis kurz vor Roma Termini durch.
Die 750 v.C. gegründete Stadt zählt heute rund 2,8 Millionen Einwohner und begrüßte mich bei bestem Wetter im Morgengrauen. Meine Jugendherberge, die yellow-hostel fand ich ziemlich bald. „Sorry, you cant check in yet, even at 13:30, but the bar is open!“ Okay, also erst Mal frühstücken. Zwei Bier später ging ich los Richtung Kolosseum wo ich mit Trick 17 Einlass bekam. Ziemlich imposant das Ding und unglaublich sich vorzustellen, dass bereits vor knapp 2000 Jahren hier Menschen unterhalten wurden. Wie gerne würde ich mal Zeitreisen. Weiter ging es zum Circus Maximus, von dem leider deutlich weniger  übrig geblieben war als vom Kolloseum. Eigentlich ist es bloß noch eine lang gezogene große Rasenfläche mit Graswällen drum herum.  Bevor ich weiter ging zum Vatikan aß ich in einem netten Viertel nahe des Tibers, mit vielen kleinen Gassen und unzähligen Restaurants, in einem davon noch zu Mittag. Der Vatikan selber sollte jedem bekannt sein, die Schlange um in den Petersdom rein zu kommen war mir zu lang. Ich war nun ziemlich kaputt. Die kurze und unbequeme Nacht hing mir halt doch noch in den Knochen, dazu die beiden Biere vom Morgen und die Kilometer, die ich bereits jetzt durch Rom gelaufen war. Außerdem war es Zeit einzuchecken. Das tat ich, nach dem ich per Bus zum Ternini gefahren war. Ich bezog mein Zimmer und haute mich zwei Stunden hin. Geweckt wurde ich gegen 16 Uhr von zwei Neuankömmlingen, die in „mein“ Zimmer einzogen. Ich glaubte Joschka zu erkennen, musste aber erst mal meine Brille auf setzen um mich bestätigt zu sehen. Der andere war Till.
Ich machte mich frisch, und zusammen gingen wir erst mal nach unten wo schon andere LEVs warteten, insgesamt waren wir um die 14 Leute. Vor einem kleinen Eiscafé versammelten wir uns, nicht aber um Eis zu essen, sondern weil es sich einfach so ergeben hat, dass wir gerade dort rum standen. Die Eisfrau war davon nicht begeistert, und wollte uns wegschicken. Das klappte aber nicht. Soll sie das nächste Mal Bier zum Preis einer Kugel verkaufen und alle sind zufrieden. Es zog sich ewig hin, bis wir los ziehen konnten, weil wir uns nicht ganz einig waren wohin wir überhaupt wollten, und weil ständig einer pinkeln ging, noch mal Bier vom Zimmer holte, damit dann in dieser Zeit wieder einer Pinkeln ging usw.
Angeführt vom Strelczyk fuhren wir per Metro zum Petersplatz, bzw. der nahest gelegenen Station, keine Ahnung wie die hieß. Hier hielten wir uns auf, spulten das nötige Touri Programm ab um dann einen Laden zu suchen wo es was Ordentliches zu Essen und Bier zu humanen Preisen gibt. Fündig wurden wir in einer Art Straßencafé, das Bier in 0,66 Liter-Mollen für drei Euro anbot und zudem ein ordentliches Angebot an Pizzen und anderen Snacks, die in einer Theke lagen, und dann warm gemacht wurden. Damit konnten alle leben und so setzten wir uns an die Tische vor dem Lokal und aßen und tranken. Zum Abschluss bekamen wir sogar noch jeder eine dicke Scheibe Salami. Tiptop. Nach dem Essen spaltete sich die Gruppe auf. Einige gingen zurück zum Hostel und dort in die Bar. Strelczyk, Borsten, ein paar andere und ich gingen zur Spanischen Treppe und trafen dort Andy mit Freundin Steffi. Strelczyk wollte uns nun irgendwo hin führen, wo man eine gute Aussicht auf Rom habe, was aber irgendwie nicht klappte, so dass eine Odyssee durch die Stadt begann, die in der yello-Bar endete.
Hier waren schon einige LEVs am feiern. Dass wir der Sängerin und ihrer kleinen Band zwischen deren Liedpausen mit LEV-Liedern und „My heart will go on“ Konkurrenz machen wollten, gefiel den Securety-Mokeln nicht, so dass sie mit Rausschmiss drohten. Da rissen wir uns lieber zusammen. Der Abend wurde später, die Nacht länger…
…so, dass ich am nächsten Morgen etwas gerädert aufwachte. Joschka und Till waren auch schon am Start, so dass wir nach je einer Dusche wieder zurück in die yello-bar gingen. Die hatte nicht immer noch auf, sondern schon wieder. Top-Laden! Nach einem Frühstück und ´nem Kaffee ging es den meisten schon wieder ganz gut. Joschka, Till und ich fuhren nun mit der Bahn zum Rhein, eh zu Tiber und hauten uns da mit einem Bier auf eine Mauer. Das war aber nicht ganz so idyllisch wie erhofft, so dass wir und zurück zum Hostel begaben. Ich ging was essen in einem nahe gelegenen Restaurant und fuhr anschließend mit zwei anderen, die ich gerade vergessen habe zum Irish Pub „Scholars Lounge“ in der Via del Plebiscito. Hier versammelte sich die aktive Szene. Auch Freunde aus Roßlau und Brighton waren wieder am Start. Im und vor dem Laden wurde getrunken und das ein oder andere Liedchen angestimmt. Die Crew hier, nahm es gelassener hin, als die aus der yello-bar gestern.
Irgendwann brach der kleine aber feine Mob auf in Richtung Stadion. Ich hatte keine Lust auf Polizeieskorte, wie man sie von Europapokalspielen kannte und kapselte mich ab.
In einer anderen Bar trank ich dann noch ein Bier und fuhr später alleine zum Stadion. Das klappte auch wunderbar und ich war locker rechtzeitig im Ground.
Die erste Halbzeit war vom Bayer ne Katastrophe, die zweite fing dafür umso besser an. Durch einen blöden Elfer ging die Roma wieder in Führung und rettete diesen diesmal auch über die Zeit. Nun wird es eng mit Platz zwei.
Stimmungsmäßig war es von unserer Seite ganz okay. Zumindest stimmten wir die meiste Zeit was an und sangen auch ganz ordentlich. Von den Tifosi war ich einigermaßen enttäuscht. Nur selten wurde es im Olympico richtig laut.
Nach dem Spiel mussten wir unfassbar lange, ich meine fast 90 Minuten, im Stadion verharren, bis wir raus durften. Zusammen mit Andy Wundy, Steffi und einem Kumpel von Beiden fuhr ich zu irgendeinem Platz in der Stadt wo an einem nahe gelegenen Kiosk noch Bier verkauft wurde. Auf einer Treppe sitzend ließen wir den Abend ausklingen, bevor wir in unsere jeweiligen Hotels gingen. Ich musste pennen, denn am nächsten Tag musste es ja weitergehen…
 

Tottenham Hotspur v RSC Anderlecht 2:1
Europa League 4. Spieltag
05.11.2015 – 20:05 Uhr
White Hart Lane
 
Noch ziemlich blau wachte ich am nächsten Morgen auf. Joschka und Till waren bereits verschwunden. Ich ging duschen, frühstückte einen Schokoriegel und einen Kaffee und ging zum Termini. Die Buszeiten passten nicht so richtig. Zumindest wäre es knapp geworden. Also ging ich zum Taxistand und hatte dort Glück, dass gerade ein Pärchen ebenfalls nach Ciampino wollte. So kam ich für 10 Euro per Taxi zum Airport. Alles Weitere lief easy.
Ich landete pünktlich in London und wurde von Regen und Kälte empfangen. War ja klar! Per Bus ging es in die Stadt zur Viktoria Coach Station. (Für die Unwissenden: im Englischen werden Reisebusse Coach genannt). Meine Hostel fand ich zügig, so dass ich mich erst mal zwei Stunden aufs Ohr haute. Konkrete Pläne, was ich bis zum Kick Off tun wollte, hatte ich nicht. Die wären auch hinfällig gewesen. Denn je mehr ich ausnüchterte, umso schlechter wurde mir, was mich ein, zwei Mal die Keramikabteilung aufsuchen ließ.
Aber es half ja alles nichts. Um 17:45 Uhr war ich mit Schammi aus Nürnberg im Pub verabredet. Mit der Viktoria Line fuhr ich bis Seven Sisters, stieg aus und lief Richtung Stadion. Den Pub fand ich nicht, weil er wohl inzwischen einen anderen Namen hatte, als der den ich wusste. Nach einigem hin und her laufen, was mir in meinem immer noch desolaten Zustand nicht zusagte, fand ich den Laden doch noch.
Als erstes lief mir Steve, Garry Vater über den Weg. Das war kein wirklicher Zufall, hatte doch Garry (ein Kumpelvon mir, der TH Fan ist) diesen Pub eh als Treffpunkt vorgegeben. Schammi traf ich dann ein paar Minuten später. Er gab mir ein Bier aus, aber dazu war ich heute nicht in der Lage. Einen Schluck hatte ich proBIERt, da wollte dieser auch schon wieder raus. Heute ging nix.
Wir begaben uns um halb acht ins Stadion. Schammi ging mit Steve auf die Gegentribüne, Garry und ich hinters Tor. Dort warteten bereits Clair, Garrys Frau und Aaron, der jüngere der beiden Söhne. Ethan, der ältere, war heute wieder als Balljunge im Einsatz. Das Spiel war schlecht denn beide Teams waren nicht in der Lage viele Chancen herauszuspielen. Tottenham ging durch die Legende Harry Kane in Führung, doch Anderlecht glich spät aus. Als sich alle schon mit einem Unentschieden abgefunden hatten, packte Dembélé den Hammer aus und nagelte den Ball aus knapp 20 Metern so was von haargenau in den Winkel, dass die White Hart Lane austickte. Gutes Ende! Stimmungsmäßig war es wie immer. Die Engländer sangen sehr selten, dann aber ordentlich. Die Festländer, heute aus Belgien, sangen mehr und lauter.
Nach dem wir Ethan abgeholt hatten, gingen wir noch gemeinsam zum Bahnhof Northumberland Park. Hier trennten sich unsere Wege. Die Pierces fuhren direkt nach Harlow, ich via Tottenham Hale, wo ich in die Viktoria Line umstieg, zurück in die Innenstadt. Ich wollte nun einfach nur in mein Bett. Als ich aber auf mein Zimmer kam, lag da tatsächlich jemand in meinem Bett. Ich wäre am liebsten durchgedreht. Bis das geregelt war, verging eine knappe halbe Stunde. Ich hatte zwar nicht mein Bett zurück, sondern das obere des Etagenbettes bekommen, aber das war mir nun egal. Ich schlief gut und konnte am nächsten Tag weiter zu…
 

Nottingham Forest v Derby County 1:0
Premiership
06.11.2015 – 19:00 Uhr
City Ground
 
Bevor es los ging musste ich aber noch online für meinen Flug am Samstagmorgen einchecken. Dummerweise klappte das auf der Ryanair-Homepage aber aus irgendeinem Grund nicht. Ich musste dringend los, um meinen Megabus nach Nottingham zu bekommen. Ich hatte die Hoffnung dort ein Internetcafé zu finden. Vorweg: ich fand keines. Was noch zu Stress am Samstagmorgen führen sollte. Aber der Reihe nach… im Bus konnte ich in der letzten Reihe Platz nehmen und hatte diese auch für mich alleine. Daher konnte ich noch drei Stunden ganz ordentlich pennen. In Nottingham angekommen schloss ich am Busbahnhof meinen Rucksack ein, was dort nur zwei Pfund für 24 Stunden kostete. Nottingham liegt in den East Midlands, hat knapp 310.000 Einwohner und ist bekannt für die Geschichte von Robin Hood. Zu dem Kollegen muss ich, denke ich, nichts schreiben.
Ich war immer noch gut im Sack, es regnete ordentlich und es war kalt. Meine war Laune daher eher im Keller. Ich musste schließlich noch Unmengen Zeit totschlagen. Zunächst ging ich in Richtung Nottingham Castel. Und auf dem Weg dort hin kam ich tatsächlich am „Ye olde trip to Jerusalem“ vorbei. Das ist ein Pub, der, wie einige andere auch, von sich behauptet, der älteste in England zu sein, gegründet angeblich 1189 AD. Das wäre nicht schlecht. Verifizieren, ob er oder doch ein anderer Pub nun der älteste ist, lässt sich nicht. Wie auch immer, ging ich rein und riskierte nach dem Magen-Desaster vom Vortag mal wieder ein Bier. Erst mal nur einen halben Pint. Es ging gut… Der Pub lohnt definitiv den Besuch. Ziemlich verwinkelt mit vielen kleinen, engen Räumen. Richtig urig! Nach dem Bier gönnte ich mir den Besuch des Castels, wofür ich immerhin 7,50 Pfund investierte.
Nun, es gibt ein paar Ausstellungen mit moderner und weniger moderner Kunst. Da bin ich zu sehr Banause für, um begeistert gewesen zu sein. Aber immerhin kann ich behaupten, as much as posssible Kultur mitgenommen zu haben.
In einem coolen kleinen Café, das gleichzeitig eine Art Trödelladen war ging ich nun was Essen. Ich bestellte mir einen Sandwich with Cheese and pickle. Angeblich eine „englische Legende“! Schmeckte komisch aber ganz okay. Und die Hauptsache war, dass ich mal wieder was Festes im Magen hatte.
Ich lief nun weiter durch die Gegend bis es etwa 16:30 Uhr war. Nun ging ich zum Bahnhof und wollte da eigentlich Schammi in Empfang nehmen, der aber hatte ne gute Stunde Verspätung. Daher ging ich schon zum Ground. Ich kam auf dem Weg an einigen Nottingham-Kneipen vorbei und spürte erstmals, dass es in der Stadt knisterte. Schließlich ist der Gegner aus Derby (Darby gesprochen) der absolut verhasste Gegner der „reds“. Am Stadion bekam ich mein hinterlegtes Ticket ohne Probleme. Schammi hatte mir Screenshots der Email, die er vom Nottinghamticketchef bekommen hatte, und seines Persons geschickt, so dass ich auch seine Karte bekam. Guter Service, bravo NFFC.
Ich ging in einen nahe gelegenen Laden und trank dort ein Bier, dann traf Schammi ein und wir genehmigten uns noch eine Dose auf dem Weg zum Brian Clough Stand.  Dann gingen wir ins Stadion. Ein richtig geiler Old-School-Ground. Seit 1898 tragen die „reds“ hier ihre Heimspiele aus. Das Stadion liegt direkt am Südufer des Flusses Trent, nur 300 Meter entfernt vom Notts County Ground. Der direkten Lokalrivale. Es bietet vier unterschiedliche Tribünen, die alle überdacht sind. Bilder findet ihr reichlich im Netz. Ist das Stadion ausverkauft, sind 30.445 Leute da. Dafür reichte es heute nicht. Lt. der Homepage vom NFFC  waren es 25.114. Wo die knapp 5000 Leute noch hätten sitzen sollen, ist mir aber schleierhaft… Egal! Denn die Stimmung war das Beste was ich je in einem englischen Stadion gesehen habe. Immer und immer wieder starteten größere Gruppen überall im Stadion Gesänge, die meist auch vom Großteil des Stadion übernommen wurden, so dass es fast permanent laut war. Auch die knapp 2000 Gästefans machten mit, konnten sich aber nicht wirklich durchsetzten. Das Spiel war leider kacke. Zwar ging Nottingham früh in Führung, aber dabei blieb es auch. Nicht auszudenken, wenn das heute ein 3:2 oder so gewesen wäre…
Schammi war mit Abpfiff abgehauen, da er seinen Zug bekommen musste. Da mein Bus nach Stanstad erst um 00:05 Uhr fuhr, hatte ich massig Zeit. Ich nahm mir entsprechend Zeit und schlich zurück in die Stadt. Ich hoffte noch etwas Anständiges zu Essen zu bekommen, wurde aber nicht wirklich fündig. entweder zu teuer, zu langwierig, zu ekelhaft oder oder oder. Und weil ich irgendwie auch keinen Apetitt hatte, ließ ich es bleiben und holte mir in einem kleinen Supermarkt lediglich noch ein paar Kleinigkeiten und was zu trinken.
Gegen 23:30 Uhr holte ich meinen Rucksack aus meinem Schließfach und setzte mich mit meinem Buch in die Halle. Mein Bus stand nicht als verspätet da, was mich sehr freute. Um 0:00 Uhr begab ich mich zur Bay 13, wo der Bus ja nun jeden Moment einfahren müsste. Müsste. Es wurde 0:05, 0:10, 0:20, 0:30… kotzte das an… keinerlei Infos… 0:40....  Und um 0:50 bog plötzlich irgendeine Schrottkarre um die Ecke. Der eigentliche Bus war kaputt gegangen, der Ersatzbus auch, so dass wir nun mit dem Erastz-Ersatzbus fuhren… Das hieß, dass es keine Toilette, kein W-Lan und keine Strombüchsen gab. Das war in sofern richtig scheiße, weil ich immer noch keinen Boardingpass hatte, und so auch nicht online Einchecken konnte. Hilft ja immeroch alles nichts, also pennte ich erst mal… Im Bus halt mehr schlecht als recht, aber einigermaßen….
Der Bus raste durch die englische Nacht und holte 30 Minuten, der 45-minütigen Verspätung auf, so dass wir halbwegs pünktlich am Flughafen Stanstad ankamen.
Ich ging direkt zum Ryanair-Schalter und fragte, was es kosten würde, wenn ich hier und jetzt meine Boardkarte ausdrucken lassen würde. 45 Pfund!!!!! Fünfundvierzig Pfund!!!!!  Also die reinen Flugpreise bei Ryanair sind ja unschlagbar günstig, aber wenn auch nur irgendwas extra gezahlt werden muss, verlangen die Unsummen…
Die Trulla sagte mir dann, dass ich noch „Plenty of time“ hätte online einzuchecken. Ich klappe also mein Lapton auf, suchte das WLan und sah, dass ich noch 20 Minuten hatte. Man o man. Das Internet war lahm, aber es reichte. Nun stand da aber, dass diese Pdf unbedingt gedruckt werden müsste. Der Laptop würde nicht reichen. Ich also zurück zu der Trulla, die mir aber bestätigte, dass es klappen würde. Nun hoffentlich. Ich ging direkt zur Sicherheitskontrolle, hielt meinen Laptop an den Scanner und es tat sich nichts… Noch ein Versuch: nichts. Ich ging zu dem Mensch der alles überwachte. Der fragte mich nach meinem Perso, den ich ihm zeigte. Und er ließ mich passieren. Gott sei Dank. Was für ein Heck-Meck.
Ich gammelte nun noch zwei Stunden am Airport ab, was sich in Stanstad wegen permanenter und totaler Überfüllung immer ziemlich qualvoll finde. Zu allem Überfluss war ich von einer Stunde ausgegangen, weil ich in er Hektik nicht darauf geachtet hatte, dass die Uhr in meinem Laptop die Deutsche Zeit angezeigt hatte. Was wiederum im Nachhinein bedeutete, dass ich nicht zwanzig Minuten, sondern eine Stunde und zwanzig Minuten Zeit hatte um einzuchecken. Watt fürn Stress! Der Flieger startete Gott sei dank pünktlich und auch die Bahn am Flughafen bekam ich direkt. So war ich um 10 Uhr endlich zu Hause. Legte mich noch, drei Stunden flach, bis es Zeit war, den Ziegen den Marsch zu blasen.
 
 
Bayer 04 v 1. FC Köln 1:2
Bundesliga  12. Spieltag
07.11.2015 – 15:30 Uhr
BayArena
 
Spulen wir den Kack schnell ab. Erst gegen 14 Uhr war ich am Eck, trank da noch ein oder zwei Bier mim Andy und ein paar anderen. Um 15 Uhr war ich im Stadion. Die Stimmung war okay. Köln dominierte, auf dem Platz und auf den Rängen, was doppelt demütigend war. Die schwarz-roten Kollegen auf dem Platz hatten offensichtlich nicht verstanden was ein Derby ist. Grauenvoll! Zwei Torchancen in HZ zwei sprechen für sich… und beide durch Bönisch.
Nach dem Debakel hatte ich nicht mehr viel Lust noch irgendwas zu machen, auch war ich immer noch ziemlich im Eimer. Also ab nach Hause und ins Bett. Leider nicht… denn Henryk rief an, ob er bei mir pennen könne, ansonsten käme er nicht so gut nach Longerich am nächsten Morgen… Klar konnte er, so lümmelte ich mich auf die Couch und guckte noch irgendeinen Mist im Fernsehen, bis Henryk kam. Wir laberten noch eine Weile und ich erzählte von meiner Tour, bis wir uns um 0:00 Uhr hin hauten.
 

ES de Saint-Laurent-Blangy v SC Bourbourg 3:1
U19 Promotion Honneur Poule A
08.11.2015 – 10:30 Uhr
Stade Georges Cuvilly
 
Keine Ahnung wo der Eddy immer wieder diese Spiele ausgräbt. Aber bei dem Ground lohnte sogar das frühe Ausstehen. Gegen 06:00 Uhr trafen Wir, Henryk und ich, so wie Te Ka und Eddy in Longerich zusammen und fuhren los gen France. Die Fahrt verlief unspektakulär, da zwischenzeitlich alle außer dem Fahrer dem Wochenende Tribut zollten und schliefen.
Pünktlich kamen wir am Ground an – und der kann einiges. Eine richtig geile Tribüne und ein ordentliches Vereinsheim. Die Tribüne ist auf das Vereinsheim drauf gebaut und wird entsprechend über Treppen erreicht. Unter der Tribüne fließt ein kleiner Bach. Für Henryk war es der Länderpunkt, so dass er in der HZ eine kleine Runde schmiss. Das Bier war aber ekelhaft, leider habe ich den Namen vergessen und kann euch entsprechend nicht davor warnen.
Nach dem Spiel, welches ganz unterhaltsam, aber natürlich auf recht schwachem Niveau war, fuhren wir etwa drei Kilometer zurück nach Belgien um dort in einer Frituur ordentlich zu futtern. Immer wieder lecker… Nun ging es gesättigt weiter zu…
 
 
Roubaix SC v US Littoral Dunkerque II 1:1
Ligue du Nord Pas des Calais
08.11.2015 – 14:30 Uhr
Stade de Burelle Verrriest
 
Den Ground fanden wir nur relativ mühsam aber noch rechtzeitig. Schon auf dem Parkplatz wurden Boris M und der Holzi entdeckt. Im Stadion später auch noch der Bischofsheimer. Das Stadion ist schon ziemlich heruntergekommen, die Tribüne bloß noch in Teilen nutzbar. Dennoch schade, dass es demnächst abgerissen wird, weil es einer Tennishalle weichen muss.
Die anwesende Hopperschar verquatschte das langweilige Spiel, auch deshalb weil es im Vereinsheim kein Bier gab, stattdessen aber lauwarme Cola. Zudem stank es im Vereinheim bestialisch nach irgendwas undefinierbaren. Ganz mies alles, außer dem Ground an sich.
Das dritte Spiel, das unsere Autocrew nun ansteuern wollte, entpuppte sich Graupenkick, auf einem Kunstrasenplatz ohne alles, der auch noch wesentlich verspätet angepfiffen würde. Und weil es auch hier auf Grund der Herkunft der Akteure wohl kein Bier geben würde, entschieden wir uns, die Heimreise anzutreten.
Auf dieser gönnten wir uns nun doch noch ein paar Bier, die es in Belgien ja Gott sein Dank an der Tanke gibt. Irgendwann waren wir in Köln und bekamen recht bald die Bahn nach Küppersteg, bzw. Düsseldorf.
 
Acht Spiele waren es am Ende dann doch. Kann ich mit leben. Wahnsinns Tour. Gruß an alle beteiligten. Besondere Grüße nach Genua und Tottenham.
 
 
 
 
 
 
 
  
 
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