Bayer 04 und Hopping

Coupe de France 2014


Coupe de  France 04./05.01.2014



Kurzfristig am Freitagmorgen wurde für das Wochenende noch ein Platz beim Eddy in der Karre frei für den Trip in die Bretagne, wo insgesamt vier Kicks des 1/32-Finals des Coup de France (dem Pendant zum DFB-Pokal) angeschaut werden sollten.

So saß Schiggi nach nur drei Tagen Abwesenheit am Freitagabend wieder bei mir auf der Couch, mit einer Kiste Brinkhoffs dabei. Im TV wurde dummes Zeug geschaut. Als das vorbei war wurde noch der grandiose Bully Herbig Film „Die Bademeister“ eingeworfen. Kennt ihr nicht? Ansehen! Vorher aber Gehirn ausschalten….
Um 2:02 nahmen wir die Bahn nach Müngersdorf-Technologiepark. Vor lauter quatschen verpassten wir die Station. Also in Lövenich raus, zur ARAL-Tanke an der Amsterdamer Straße, Eddy informiert, dass er uns dort holen soll, und gut war es. Hat alles geklappt, so dass es um 03:00 Uhr am Samstagmorgen auf die lange Reise nach Avranches ging. Mit an Board waren neben dem Fahrer Eddy, Schiggi und mir noch Marco Alto und Joachim aus Essen. Jo, fünf Leute im Golf. Das sollte heiter werden. Ich saß zunächst hinten links. Ich weiß nicht mehr genau wer, wann, wo genau gesessen hat.
Aber die Kombi Schiggi hinten links, Joachim in der Mitte und ich hinten rechts war fürchterlich. Joachim fiel im Schlaf immer wieder nach rechts und quetschte mich an die Scheibe. Ist kein Vorwurf! Aber es machte mich wahnsinnig. Nach 8,5 Stunden Viehtransport kamen wir im kleinen Städtchen  Avranches an.

US Avranches MSM – RC Lens 1:3
Coup de France – 1/32 Final
04.01.2014 – 12:00 Uhr
Stade René Fenouillère

Wir erhielten recht zügig Einlass. Der Ground bietet lediglich eine überdachte Tribüne. Vermutlich extra für dieses Spiel war auf der Gegenseite eine unüberdachte Stahlrohrtribüne mit vier oder fünf Reihen aufgebaut worden. Es regnete leicht, hörte aber bald auf.
Ich musste mal groß. Also ab auf den Pott – denkste! Plumpsklo war angesagt. Details erspare ich euch, aber es ging alles dahin wo es hinsollte. Ganz schön anstrengend da so zu hocken…
Feuer frei – Groundhopping Polizei…:  Zur HZ verließen wir den Kick. Tut weh, aber das Dingen war eh nur Zubrot, ermöglicht durch die Verlegung auf 12 Uhr. Wir quetschen uns wieder in die Karre um nach La Roche-sur-Yon zu brettern. Vorbei am Mont Saint Michelle, vorbei an Rennes (wo unser Abendspiel stattfinden wird), vorbei an Nantes (wo unser Nachtquartier sein wird) ging es in den nächsten Kaff. Hier traf der heimische Drittligist auf die zweitklassigen Korsen vom Bastia CA treffen.

La Roche-sur-yon – CA Bastia 0:3 n.V.
Coup de France – 1/32 Finale
04.01.2014 – 14:30 Uhr
Stade Henri Desgrange

Das Stadion hat eine Radrennbahn, eine kleine überdachte Tribüne mit drei oder vier Sitzreihen und als absoluten eye-catcher eine richtig fette doppelstöckige Tribüne. Feines Teil! Nettes Anekdötchen von der Bierbude: Als Schiggi und ich den Leuten dort erzählten warum wir da sind und von wo wor kommen, legten diese Leute kurzerhand alles hin was sie in den Händen hielten und spendeten uns Applaus. Ehere wem Ehre gebührt. So fein wie die Tribüne, so mies war der Kick. Schon Mitte der zweiten HZ fürchteten wir das 0 zu 0 und damit die Verlängerung. Es kam was kommen musste. Fuck! Das versaute uns die pünktliche Anreise zum dritten Kick. Es ging erbärmlich weiter. Irgendwann ließ der Heimtorwart den Ball abklatschen und ein Spieler von Bastia staubte ab – 0 zu 1. Kurze Zeit später, schlug der Torwart der Korsen den Ball ab, ich drehte mich kurz um, und als ich wieder den Blick zum Ball wendete schlug der gerade im Tor ein, ohne dass ein anderer Spieler ihn noch mal berührt hatte. Torwarttor! Das erste, welches ich in den hunderten bis tausenden Spielen, die ich live gesehen habe, miterleben durfte. Immerhin! Das 0 zu 3 fiel auch noch. Nun aber nichts wie weg.

Stade Rennes – Valencienne FC 8:7 n.E.
Coup de France – 1/32 Final
04.01.2014 – 20:00 Uhr
Stade de la Route de Lorient

Wieder in den kleinen Viehtransport und wieder vorbei an Nantes nach Rennes. Hier konnten wir direkt am Stadion parken. Tickets gab es zum generellen Preis von 5 Euro. So muss datt. In einer Ecke, direkt neben dem Gästeblock sitzend verfolgten Schiggi, Joachim und ich die Partie. Gorski und Eddy wuselten woanders im Stadion herum. Auch dieses Spiel war Mist. Die Elfmeterführung der Gäste wurde irgendwann durch ein Stochertor ausgeglichen. Na wunderbar – noch mal Verlängerung. Diesmal reichte es auch fürs Elfmeterschießen. Die Schützen waren nun recht sicher. Doch bei 8 zu 7 (inklusive der regulären Tor) war Feierabend.
Alle im Viehtransport sehnten sich nur noch nach dem Bett im Formel-1-Hotel. Nach einer guten Stunde waren wir in Nantes, teilten und auf die Zimmer auf und schliefen. Beziehungsweise: ich versuchte es. Die Hightech-Sägen Schiggi und Eddy sägten um die Wette. Aber der Schlaf siegt immer. So auch bei Zeiten bei mir.
Gegen zehn Uhr am Morgen trafen wir uns in der Lobby, checkten aus und fuhren im Viehtransport in die Innenstadt wo wir direkt an der Cathédrale Saint Piere Saint Paul einen Parkplatz fanden. Zusammen besichtigten wir die imposante Glockendisko. Nach dem das erledigt war, verabschiedete sich Gorski auf Fototour. Nur noch zu viert liefen wir via Place Maréchal Foch, welcher von einer Säule von Louis XVI geziert wird, zum Chateau des ducs de Bretagne. Auch dieses wurde, heute zum Nulltarif, besichtigt. Auch schön! Essen war nun angesagt. Weil Joachim aber noch keinen Hunger hatte, verabschiedete auch er sich von uns. So ging es zu dritt in einen Dönerladen, der uns nicht-leckeren Döner und Bier verkaufte. Apropro Bier: Nachdem Schiggi und ich die Kiste Brinkhoffs erfolgreich geleert hatten, holten wir an den Raststätten Kronenbourg. Scheiße ist das Zeug, lasst die Finger davon! 1664 ist da wesentlich besser.
Nach dem Mahl ging es quer durch die Altstadt zurück zum Auto, eh Viehtransporter, und mit diesem, wieder vollzählig, zum Stadion.

FC Nantes v OGC Nice 0:2
Coup de France – 1/32 Finale
04.01.2014
Stade de la Beaujoire – Louis Fonteneau

Beim Betreten frohlockte es mich. Das Stadion ist ganz okay. Endlich gab es heute aber auch mal richtig guten Support auf der Tour. Und zwar von der Heimkurve der Nantesen (oder wie auch immer). Gute Mitmachquote, gute Lieder, und ordentlich laut. Drei oder vier Fackeln gab es zudem zu bestaunen.  Dämlicherweise meinte eine sinnlose Gruppe von etwa 15 Leuten hinter dem andern Tor ihr eigenes Ding machen zu müssen. Hätte ich ein Gewehr gehabt, hätte ich den Trommler zum schweigen gebracht. Was ging der mir auf die Eier…
Gästefans waren 10 oder 12 im Block. Die hörte man nie. Sah aber, dass sie ihre Tore feierten.
Leider verlor Nantes mit 0 zu 2. Die Stimmung wäre sonst vermutlich noch besser gewesen.
Nachdem auch dieser Kick vorbei war, ging es zurück in den Viehtransporter. Nun standen 876 KM Heimfahrt an. Diese spulten sich Gott sei Dank relativ relaxed ab. Klar war es nervig, und irgendwann tut der Arsch weh. Aber von nix kütt nix. Die angestrebte Frituur kurz hinter der belgischen Grenze war leider schon zu.
Wir kamen dann gegen 1:40 Uhr in Köln an. Gorski fuhr Jochim noch zum Bahnhof, Eddy mich und Schiggi nach Leverkusen. Schiggi musste nun noch ins Sauerland. Der Arme Ich musste nur noch ins Bett. Anstrengende, aber geile Tour. Vielen Dank an Eddy fürs grandioses Fahren… Haste gut gemacht. Etwa 2250 KM in 48 Stunden !!! Nicht schlecht.

 

 

 

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